Juneau
Väterlicherseits

Einfach nicht hinsehen. Das ist so ziemlich die einzige Möglichkeit, wenn er am Werk ist.

Der kleine unschuldige Körper wirbelt durch die Luft. Salto Montale. Wilde Stunts. Stürze aus schwindelerregenden Höhen. Feuerreifen, Kettensägen und tödliche Gladiatorenkämpfe.
Hm. Na ja. So ungefähr jedenfalls.

Gefühlstechnisch nimmt man die Vater-Sohn-Action in etwa auf diese Weise wahr.

Todesangst in den Augen, sucht man da als Mama rückversichernd den Blick des Sprösslings. Weint er, schreit er oder ist er in ein schweigsames Trauma gestürzt? Oder...lebt er überhaupt noch? 

Weder noch. Lachend, jauchzend und glucksend scheint er unbeschwerte Lebenszeichen von sich zu geben. Der Mama-Puls beruhigt sich - zumindest sobald sich der ausgesetzte Herzschlag wieder meldet. So jung und schon so lebensmüde?

Egal wie viele Kilometer hoch in die Luft, wie oft von einer zur anderen Seite geschleudert: das kleine Lebewesen scheint zu viel Urvertrauen abbekommen zu haben, als dass es auf die Idee käme um sein Leben zu kreischen. 

Und so muss man sich als der deutlich verängstigtere Teil der Erziehungsberechtigten tagtäglich die Nackenhaare glatt bürsten, sich seines Herzschlags versichern  und so gut es geht vor allem eins tun: einfach nicht hinsehen.

4.7.12 16:00
 
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