Juneau
Die Ruhe vor dem Sturm

Also ich mag das überhaupt nicht. Ich fühle mich dann immer so unwohl. So hippelig. So schrecklich, diese Schweigepausen. Nicht generell alle Schweigepausen. Aber jene Schweigepausen, die man mit Fremden oder flüchtigen Bekannten durchlebt. Also jenen Personen, von denen man nicht weiss, über was sie gerne reden - oder ob überhaupt.
Und dann sitzen sie da und starren einen an. Und du weisst echt nicht...was denken sie? Soll ich was sagen? Warten sie noch auf ihren moment to shine? Wenn endgültig alle Lichter ausgehen, dann - tada - sprudeln sie los und das Schweigen entpuppt sich rückblickend als kalkulierter Spannungsaufbau. Doch nichts passiert. Bitte. Los. Gib mir etwas. Irgendetwas.
Oder doch nicht iiiiiirgendetwas. Denn höfliches Schmunzeln oder so Lückenfüller wie "jaja", "hm soso" oder Geseufze sind dann doch nicht das gewisse Etwas. Dann lieber gar nichts.
Da werde ich nervös. Nein echt. Das ist schlimm. Weil wenn ich nervös werde, fange ich an zu reden. Und ich meine ohnepunktundkomma. Was wiederrum dazu führt dass ich mich für Gesprächsstoff emotional zu prostituieren beginne. Wenn nämlich das Smalltalk-Repertoire aufgebraucht ist, muss man tiefer graben und lässt die Seele strippen. Hauptsache reden und an der Stange bleiben...oder tanzen.
So lange bis das Geschwafle peinlicher wird als das Geschweige. Dann wird man wieder ruhig...und angestarrt. Und denkt in der Stille des Moments an all das was der andere nun über einen weiss.
Aber. Was er nicht weiss: hey ich hatte da noch einen dringenden Termin, gell. Also. Merci fürs Zuhören.
1.9.14 21:18
 
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