Juneau
PID. Und eine unpolitische Meinung.

Ich tu es jetzt doch.

Mal sagen was ich denke. Was ich bekanntlich gern tue. Verweis auf Blog. Nur zu diesem Thema nicht. Böh. Die Aktualität setzt meine Hemmschwelle zur öffentlichen Senfdazugeberei nach unten. Also los.

Thema PID. Präimplantationsdiagnostik.

Also ich. Ich hab defektes Erbgut. Was keiner merkt. Sagt man mir zumindest. Ich als Trägerin hab meine Kinder, zwei an der Zahl, damit...angesteckt...beerbt...infiziert. Man wähle ein Wort dass die politische Meinung unterstreicht.

Davon - von der Meinung - gibt es zwei. Dafür oder dagegen. Wobei stimmt nicht ganz. Da gibt es noch die Meinungslosen. Ignoranten. Entscheidungsphobiker.
Oder diejenigen die in eben diese Sparte aufgrund Ambivalenz oder übermässiger Diplomatie gesteckt werden.

Ich zähle mich ein wenig zu letzteren. Würde aber - wenn jetzt in diesem Moment ein Ninja im Salto durchs Fenster stürzen und mich nach meiner Meinung fragen würde - sagen, dass ich für die PID bin.

Aber hey, sagen die einen, wäre es nicht grauenvoll, herzlos, unmenschlich, hättest du deine Kinder im Abfall eines Genlabors beerdigen müssen?

Bestimmt. Denn. Allem voran. Damals mit meiner Puppe Baby Born im Arm hatte ich ja allerlei Ideale für meine zukünftigen Kinder. Aber mit was für Exemplaren ich schlussendlich beschenkt wurde schiesst weit über das Maximum meiner einstigen Vorstellungskraft hinaus. Defekten Exemplaren. Für mich perfekten Exemplaren. Naja. Manchmal.
(Aber die Tatsache dass mein Sohn mit Vorliebe seine Kacki aus den Windeln puhlt hat ja nun nichts mit Ergbut sondern eher mit Sauberkeitserziehung zu tun. Leider.)

Und selbst wenn mich das Schicksal härter getroffen hätte. Sowohl ich als auch mein Mann haben versucht es so zu nehmen wie es kommt. Wurden angenehm überrascht. Manchmal. Manchmal ist die Schocki auf dem Boden überraschend...ihr wisst. Unangenehm.
Jedenfalls.
Wir kennen auch die Ängste, die Zweifel (die hier und da in VERzweiflung ausufert), die Ungewissheit und die Hilflosigkeit. Die schwer auf einem lastet und etwas leichter würde, könnte man wenigstens irgendwas beeinflussen. Ein wenig Kontrolle zurück, wo man doch von Mutter Natur dieser beraubt worden zu sein scheint.

Darum verstehe ich es. Und alle Gegner der Gegner: versucht es doch auch. Als Betroffener ist es anders. Und oft sehr schwer.

Und an die anderen Gegner der Gegner: unsere Vorstellungskraft ist klein. Das Glück das einem (defekt oder nicht) die eigenen Kinder schenken. Ziemlich gross.
So zumindest meine Erfahrung.
Und ich bin froh konnte ich nicht vor dem Implantieren diagnostizieren. Würde es auch jetzt nicht wollen.

Es sei denn es gibt doch eine Genkartierung für die Vorliebe des Fäkalien-Puhlens. Dann. Mmmmhjooahmm. Also. Vielleicht...
9.6.15 22:28
 
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